Hinter migream stecken wir: Jose und Nicol.
So unterschiedlich die Geschichten unserer Eltern sind, so vieles verbindet uns auch. Unsere Eltern haben so einiges in Kauf genommen, damit es uns heute gut geht. Wie viele Hürden sie durch ihre Einwanderung überwunden haben, wurde uns bewusster je häufiger wir uns darüber unterhielten.
…hatte als Älteste von sechs Kindern die Last ihrer ganzen Familie in Indien zu tragen. Durch die kirchliche Verbindung zwischen Deutschland und Indien und dem Fachkkräftemangel in der Pflege wurde ihr die Möglichkeit geboten, eine Ausbildung zur Krankenschwester in Deutschland zu absolvieren. Heute fällt es Joses Mama schwer sich vorzustellen, woher sie die Kraft genommen hat als junge Frau ans andere Ende der Welt zu reisen, die Familie zu verlassen und sich in einen neuen Kulturkreis zu etablieren. Früher war die Antwort auf solche Fragen sehr kurz und knapp: „Weil ich musste.“
… kam im Jahr 1989 zusammen mit ihrem Vater als Spätaussiedlerin aus Polen. Zum einen weil es ihre Schwiegereltern schon nach Deutschland verschlug, zum anderen weil in der engen Familie orthopädische Hilfe gefragt war. Die Behandlungsmethoden in Deutschland waren zu dieser Zeit fortschrittlicher. Das sollte diesem Familienmitglied zu einem Leben ohne Gehhilfe oder Rollstuhl verhelfen. In diesem Wissen tauschten Nicols Eltern ihre sicheren Jobs in Polen gegen Zeitarbeitsfirmen und Putzstellen in Münster. Einige Jahre, unheimlich viel Durchhaltevermögen und Fleiß später, konnten Niccis Eltern sich sogar ihren Traum von einem eigenen Haus erfüllen und damit die Plattenbausiedlung, in der sie die ersten zehn Jahre in Deutschland lebten, hinten sich lassen.
Es gibt noch so viele spannende Details zu erzählen, die mit der Einwanderung nach Deutschland verbunden sind. Dazu kommen noch Ereignisse, die nichts damit zu tun haben, wie die Schwangerschaft(en) und vieles mehr. All diese Erlebnisse können nun im Ausfüllbuch verewigt werden.